Zur Startseite
  • Home  › 
  • Aktuelle Meldungen

Igel in Gefahr - Ein Appell an unsere Gemeinde Bürger

19.07.2026

Manchmal sitze ich da und frage ich mich, warum ein Nachtfahrverbot für Mähroboter bei manchen Menschen so heftige Reaktionen auslöst. Fast so, als würde man ihnen die Wurst vom Brot klauen.

Dabei geht es doch gar nicht darum, jemandem etwas grundsätzlich zu verbieten. Es geht auch nicht darum, Mähroboter grundsätzlich schlechtzureden. Es geht nicht um Schuld. Es geht um Verantwortung.

Verantwortung und Schuld sind nicht dasselbe. Schuld schaut zurück. Verantwortung schaut nach vorne. Schuld fragt: "Wer hat das verursacht?" Verantwortung fragt: "Was machen wir jetzt?"

Vielleicht würden wir viele Probleme anders lösen, wenn wir weniger Energie darauf verwenden würden, Schuldige zu suchen. Und mehr darauf, Verantwortung zu übernehmen.

Es geht um ein paar Stunden in der Nacht. Um die Stunden, in denen Igel, Kröten, Frösche und viele andere Wildtiere unterwegs sind. Um die Stunden, in denen sie auf Nahrungssuche gehen, ihre Jungen versorgen oder einfach nur versuchen zu überleben.

Wir erleben auf unserer Station jedes Jahr viele Tiere mit schwersten Schnittverletzungen. Manche verlieren Ohren, Pfoten oder Teile ihres Gesichts. Viele überleben ihre Verletzungen nicht. All das ist bekannt. Eine nicht unerhebliche Zahl ist kerngesund und in einem guten Ernährungszustand. Sie waren definitiv nicht tagaktiv und hilfsbedürftig. Und das macht ein Nachtfahrverbot so wichtig. So entscheidend. Denn bei Nacht fahrende Mähroboter erwischen die gesunden Igel. Die, die nicht unsere Hilfe bräuchten. Und dann doch hier landen. Nicht selten vom Tierarzt erlöst werden müssen.

Gesunde Igel!

Dabei geht es nur um eine einfache Frage. Können wir unsere Bequemlichkeit für ein paar Stunden hinten anstellen, damit andere Lebewesen eine Chance haben zu überleben? Niemand möchte irgendwem den Mähroboter wegnehmen. Niemand möchte jemanden vorschreiben, wie ein Garten auszusehen hat. Wir wünschen uns lediglich, dass er dann fährt, wenn Wildtiere nicht unterwegs sind.

Ich glaube fest daran, dass die meisten Menschen Tiere nicht verletzen möchten. Aber Mitgefühl zeigt sich nicht nur darin, traurig zu sein, wenn ein verletzter Igel in den Nachrichten auftaucht. Mitgefühl zeigt sich in den kleinen Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen.

Und manchmal ist eine dieser Entscheidungen ganz einfach. Den Mähroboter nachts ausgeschaltet zu lassen.

Steffi Schwabe, Igelexpertin